Wappen und Geschichte von Graisbach mit Lechsend

Wappen von Graisbach

Wappen der ehemaligen Gemeinde Graisbach Grundlage dieser Information:
Stellungnahme der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns vom 18. November 1960

Beschreibung:
Gespalten, vorne fünfmal von Blau und Gold geteilt; hinten in Silber auf halbem grünem Dreiberg, am Spalt ein halber schwarzer Adler mit roten Krallen, der einen goldenen Zweig im Schnabel trägt.

Begründung des Wappens:
Die vordere Hälfte des Gemeindewappens ist dem Wappen der Grafen von Graisbach entnommen, während die hintere Hälfte aus dem Wappen der Grafen von Reisach stammt, denen die Erhaltung der Burgruinen von Lechsgemünd und Graisbach zu danken ist. Beide Geschlechter sind ausgestorben.

Geschichte von Graisbach

Von der Burganlage des Grafengeschlechts sind noch Ansichten und Zeichnungen aus dem 16. Jahrhundert erhalten, die den alten Bestand erkennen lassen. Bergfried und Pallas befanden sich auf dem überhöhten Plateau am Ostrand; sie wurden von der Pfalz-Neuburgischen Regierung (nach 1505) mit Wohn- und Amtsgebäuden überbaut. Im Norden, Westen und Süden schloss sich die geräumige Vorburg an, auf deren südlicher Umfassungsmauer die romanische Burgkapelle St. Pankratius (12. Jahrhundert) als besterhaltener Teil der Ruine noch steht. Nach der Verlegung des Kastenamtes nach Monheim (1759) ist die Burg weitgehend zerstört worden, unter anderem wurde sie als "Steinbruch" für die Donaubrücke in Neuburg benutzt. Graf Johann Adam von Reisach, Besitzer seit 1793, ließ umfangreiche, heute nicht mehr stehende Neubauten errichten. Seinem Auftrag entstammen die 19 Wappenschilde und vermutlich die heutigen Steinmetzarbeiten am Westportal. Graf Reisach ist der Verfasser einer Chronik des Grafengeschlechts.
Graisbach hat sich aus dem Unterdorf am Griesbach und dem Oberdorf auf dem Höhenrücken zu einem Haufendorf entwickelt. Das stark durchgrünte Oberdorf wird beherrscht durch den Burgberg mit der Ruine. Der Umgriff der Ruine mit bedeutenden Resten des 12. und 15. Jahrhunderts ist von Bebauung frei. Dem Ortsbild ist dies ebenso zuträglich wie der natürliche Ortsrand im Südwesten mit dem Bach und seinem Begleitgrün. Durch das stark bewegte Gelände ist ein lockeres Siedlungsbild entstanden. Am südöstlichen Ortsrand fügt sich ein neues Wohngebiet ein.

Geschichte von Lechsend

Das Dorf hat seinen Namen von der früher weiter nach Westen gelegenen Mündung des Lechs in die Donau - und es gab ihn dem berühmten Grafenhaus des 11. bis 14. Jahrhunderts weiter. Die Ortspfarrer dienten den Grafen oft als Schreiber und Notare. 1382 verkehrte sich die Geschichte: war das Kloster Niederschönenfeld bei seiner Gründung um 1241 aus der Pfarrei Lechsend ausgelöst worden, so erhielt es nun von den bayerischen Herzögen den Kirchensatz, den es bis zur Säkularisation im Jahre 1803 hielt.
Die Pfarrkirche St. Vitus, am höchsten Punkt der Ortsstraße gelegen, ist Zeugnis der reichen Geschichte und Produkt mehrerer Baustile. Der Hochaltar befindet sich im Untergeschoss des romanischen Turmes, der östlich anschließende gotische Chor dient heute als Sakristei. Das Schiff ist ein Neubau des frühen 15. Jahrhunderts, zwischen 1720 und 1730 um acht Meter nach Westen verlängert. Bemerkenswerte Epitaphien und die Lage innerhalb der aus Quadern im 16./17. Jahrhundert errichteten Friedhofsmauer heben das Sakralgebäude von einer gewöhnlichen Dorfkirche ab.
Unterhalb des Ortes steht die kleine, um 1680 erbaute Josephs-Kapelle, im Volksmund Fischerkapelle genannt. Votivtafeln erinnern an die frühere Wallfahrt. Die dazu gehörige Klause wurde 1803 aufgehoben. Der Pfarrhof mit Backhaus, vermutlich 18. Jahrhundert, ist ein weiteres Baudenkmal von Lechsend.
Der Bautätigkeit sind durch die Bergzunge im Osten, das Osterbauernfeld und die westliche Hangkante natürliche Grenzen gesetzt. Der Hangbereich im Süden oberhalb des Donautales soll nach den Vorstellungen der Ortsplaner ebenfalls nicht weiter bebaut werden. Der gesamte Bereich südlich der Staatsstraße liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Trotz der landschaftlichen Bindungen kann, beschränkt auf Ortsansässige, die Wohnbautätigkeit in Zukunft fortgesetzt werden.